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Bauabnahme

So frustriert sollten Sie Ihrer Bauabnahme nicht den Rücken kehren.Die Fertigstellung des neuen Hauses oder der neuen Wohnung ist wohl für jeden Bauherrn ein langersehnter Termin. Die Umzugskartons sind oft schon gepackt, die Alte Wohnung ist gekündigt – nun soll alles möglichst schnell gehen. Doch bevor das neue Domizil endgültig bezogen werden kann, gibt es noch einen bedeutenden Termin mit dem Bauunternehmer: die offizielle Bauabnahme.

"Die Bauabnahme gehört zu den wichtigsten Rechtsakten beim Bauen“, betont Heike Rath, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein. Wer bei der Übernahme seines neuen Heims auf die förmliche Abnahme verzichtet oder Mängel kritiklos in Kauf nimmt, vergibt leichtfertig seine Rechte. Er verzichtet auf die Chance, etwaige Baumängel beim Bauunternehmer geltend zumachen und sie von diesem kostenfrei beheben zu lassen.

Immer wieder drängen Bauunternehmer zu einer schnellen Unterschrift, so die Erfahrungen der ARGE Baurecht. Sie erscheinen oft schon mit vorgefertigtem Protokoll zur Abnahme.

Kein Wunder: Nachdem der Bauherr das Protokoll unterzeichnet hat, darf der Unternehmer seine Abschlussrechnung stellen. Alle Risiken gehen dann auf den Bauherrn über. Zwar beginnt mit der Abnahme die Gewährleistungsfrist – sie beträgt je nach Vertrag zwei oder fünf Jahre. Doch mit der Abnahme findet eine sogenannte Beweislastumkehr statt. Das heißt, der Bauherr muss einen etwaigen Mangel dann zweifelsfrei auf den Bauträger zurückführen können.

Das kann im schlimmsten Fall in einem langwierigen und teuren Verfahren enden. Der Abnahmetermin sollte also seitens des Bauherrn gut vorbereitet und dann in aller Ruhe absolviert werden. Am besten zieht man dafür einen Sachverständigen hinzu. Er kann bei einem Vorabtermin genau prüfen, ob das Bauwerk entsprechend der vertraglich festgelegten Leistungsbeschreibung mängelfrei erstellt wurde.

Bei der eigentlichen Bauabnahme achtet der Experte darauf, dass alles im Sinne des Bauherrn abläuft. Vermittelt werden Bausachverständige zum Beispiel vom Verband Privater Bauherren und vom Bauherren-Schutzbund. Die Kosten belaufen sich ohne vorherige Baubegleitung je nach Aufwand und Region auf etwa 200 bis 400 Euro – eine im Vergleich zum Kaufpreis eines Hauses überschaubare Summe.

Ein von fim erstelltes Abnahmeprotokoll dokumentiert detailliert alle Mängel und Beanstandungen:

Ein von fim erstelltes Abnahmeprotokoll

Eine Verpflichtung zur sofortigen Abnahme gibt es nicht. „Ehe ein Bauherr ein mangelhaftes Haus oder eine Wohnung zähneknirschend offiziell abnimmt, sollte er die Abnahme lieber komplett verweigern – das ist sein gutes Recht“, sagt Heike Rath. Schon kleinere Mängel berechtigen dazu.

Das können beispielsweise schief sitzende Steckdosen sein, fehlende Fliesen oder Kratzer an Türen und Fenstern. Alle Mängel sollten im Abnahme- Protokoll genau aufgelistet und am besten fotografisch dokumentiert werden. Am Ende des Protokolls muss schriftlich festgehalten werden, dass die Abnahme aufgrund der aufgelisteten Mängel verweigert wurde. Dabei sollte auch gleich der nächste Abnahmetermin festgelegt werden.

Will der Bauherr vorher in sein neues Domizil einziehen, sollte er auf jeden Fall klären, ob das nicht zum Beispiel laut Vertrag bereits als Abnahme gilt. „Zwei Wochen sind für die Nachbesserung in der Regel angemessen“, empfiehlt Dieter Straußberger, Bautechnik- Experte beim TÜV Rheinland. Mit seiner Unterschrift unter das Protokoll bestätigt der Bauunternehmer, dass er seiner Pflicht zur Nachbesserung nachkommt.

Geschieht dies nicht fristgerecht, hat der Bauherr das Recht, die Mängel von einem anderen Unternehmen beseitigen zu lassen. Die Kosten darf er dem ursprünglichen Unternehmen in Rechnung stellen.

Zu guter Letzt sollte der Bauherr bei der Abnahme auch die Übergabe sämtlicher Baupläne, Baugenehmigungen, Gutachten, Garantieurkunden sowie des Energieausweises verlangen. Besonders wichtig sind die Gewährleistungsbescheinigungen der am Bau beteiligten Firmen. Nur wenn diese vorliegen, können Mängel innerhalb der Gewährleistungsfristen problemlos geltend gemacht werden.

Beim Bauen wie beim Sport gilt also: Gut vorbereitet in den Endspurt gehen! Dann ist der Erfolg sicher.

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Ein Artikel der Zeitschrift

Wohnen Magazin

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Ihr Ansprechpartner: Werner Holtkötter